dogTR die Hundeschule

Leila und Heidrun


F(rage): Hallo Heidrun. Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, mit mir über Deine Hündin Leila und Eure Erfahrungen in der Hundeschule zu sprechen.
A(ntwort): Sehr gerne.

F: Erzähl doch einfach mal, wer Ihr seid.
A. Gut. Leila ist ein türkischer Straßenhund. Sie kam im Januar 2018 mit etwa einem halben Jahr zu uns in die Familie. Zu der Zeit war ich mit unserer Tochter im achten Monat schwanger. Leilas Vorgängerin war im November gestorben. Und schon Heinz Rühmann wusste: "Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht."
F: Du hattest also bereits Hundeerfahrung. Warum bist Du trotzdem zur Hundeschule?
A: Zum einen hatten wir noch nie einen so jungen Hund - und das ist tatsächlich eine ganz eigene Herausforderung! Zum anderen hilft es sehr, einen kompetenten Ansprechpartner zu haben, der bei allen größeren und kleineren Schwierigkeiten hilft.

F: Und so einen Ansprechpartner hast Du in Diana gefunden?
A: Ja, absolut. Sie arbeitet sehr individuell mit jedem Team und ihr Gespür für das eigentliche Problem ist fast unheimlich. Aber das beste ist: Sie hat dann auch immer eine Lösung!
Ein Beispiel. Leila hat starke Herdenschutzhund-Instinkte. Das heißt mitunter, dass sie sehr territorial ist, ihr Zuhause also gegen Eindringlinge verteidigt. Der Effekt war, dass niemand außer meinem Mann und mir - also auch nicht unser achtjähriger Sohn - sich dem Sofa, auf dem sie meistens lag, auch nur nähern durfte, ohne angeknurrt und im Zweifelsfall auch angeschnappt zu werden. Besucher wurden massiv verbellt und misstrauisch beobachtet. Nur, um bei einer "falschen" Bewegung ebenfalls angegangen zu werden. Jetzt wusste ich natürlich, dass ein Problem Leilas erhöhte, zentrale Position auf dem Sofa war. Aber ich hatte keine Idee, wie ich das ändern könnte. Diana kam zu uns nach hause und innerhalb von einer halben Stunde hatten wir eine Lösung gefunden. Leilas Platz ist jetzt unter dem Esstisch. Damit sie sich nicht immer wieder aufs Sofa zurück schleicht, stehen dort der MaxiCosi, der Spielbogen und ähnliches. Falls Besuch kommt trete ich selbstbewusster auf und schicke sie in ihre Hundebox.
F: Du musstest also Dein Verhalten ändern?
A: So ist es doch meistens. Mir fällt es vor allem schwer, konsequent dominant aufzutreten. Diana muss mich regelmäßig daran erinnern, dass ein eindeutiges Auftreten mit einer klaren Körpersprache nichts mit Unfreundlichkeit zu tun hat, sondern nur so für den Hund verständlich ist.
F: Arbeitet Ihr in in Einzelstunden?
A: Einzelstunden vereinbaren wir, wenn es ein konkretes Problem gibt, das intensiver besprochen werden muss. Ansonsten gehe ich in einen regelmäßigen Kurs "Gehorsam mit Spaß".
F: Klingt ja lustig. Was macht Ihr da?
A: Das ist ganz unterschiedlich. Das Ziel ist, die Mensch-Hund-Partnerschaft zu stärken und ein Team zu werden, das alle möglichen Situationen gemeinsam meistert.
F: Zum Beispiel?
A: Wir gehen meistens in der Gruppe raus und üben dort - unterstützt von allen schirmschwingenden Spaziergängern, klingelnden Radfahrern, schreienden Kindern und jedem, der uns begegnet - dass sich der eigene Hund auf sich fokussiert und konzentriert.
F: Arbeitet Ihr gar nicht auf dem Hundeplatz?
A: Doch. Elemente klassischer Unterordnung wie den Gehorsam ohne Leine trainiert man besser in einem eingezäunten Bereich. Auch bauen wir auf dem Hundeplatz oft Spielsachen oder Agility-Elemente wie Hürden oder Tunnel auf. Leila hat noch große Angst vor diesen Dingen, aber mit der nötigen Geduld wird das schon. Und nachdem sie zum ersten Mal über die Barriere gesprungen ist war ich richtig stolz auf uns!
F: Was war Dein bisheriges Highlight in der Hundeschule?
A: Echt cool war ein Ausflug auf den Zuffenhäuser Flohmarkt.

F: Wie geht es mit Leila und Dir weiter?
A: Wir sind inzwischen ein ganz gutes Team. Leilas muss sich noch mehr auf mich konzentrieren, damit der Abruf zuverlässiger klappt. Auch verbellt sie leider noch alles, was ihr unheimlich erscheint. Das kann schon ganz schön gefährlich werden, wenn sie einen Traktor mit Mähwerk "verjagt".
Ich versuche, trotz Arbeit und Familienpflichten möglichst auch reine Hunde-Zeiten freizuschaufeln. Dann genießen wir einen langen Spaziergang ohne Kinderwagen oder ausgedehnte Streichel-Einheiten mit nachgelagertem Haare-Wegsaugen.

F: Ich danke Dir und wünsche Euch alles Gute!
A: Danke auch.